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Samstag, 3. Dezember 2011

Ein Post aus kritischer Sicht

Liebe Leser,

gestern Abend habe ich es dann endlich mal wieder geschafft, zu lesen. Und zwar habe ich, wie angekündigt, "Wir hatten trotzdem Glück" angefangen, das ich mir Mittwoch in der Bücherei ausgeliehen hatte. Dabei geht es um die Flucht einer Familie aus Breslau im Jahre 1945, kurz vor Ende des Krieges, als Russland schon weit vorgedrungen ist. Sie versucht, nach Dresden zu flüchten, doch eine Fußverletzung der Mutter und der harte Winter erschweren das Ganze.

Ich bin nicht sehr weit gekommen, die Woche war stressig, ich habe schlecht geschlafen und bin deswegen gestern auch früh ins Bett gegangen. Aber ich bin jetzt knapp auf Seite 80 und bisher gefällt mir der Roman nicht. Die Beschreibungen sind kaum anschaulich, die Dialoge sehr bemüht und über die Gefühle und Emotionen der Protagonisten erfährt der Leser praktisch nichts. Ich meine, es spielt Ende des zweiten Weltkrieges! Die Familie ist auf der Flucht und da hat man doch Angst! Es reicht nicht, wenn man als Schriftsteller alle paar Seiten schreibt "die Angst kam zum Vorschein" oder etwas Vergleichbares. Das vermittelt doch keinerlei Atmosphäre.

Aber ich habe euch ja schon vorgewarnt, bisher bin ich, was historische Romane angeht, sehr verwöhnt, dadurch, dass ich größtenteils Klaus Kordon gelesen habe, den man ja nur schwerlich übertreffen kann. Mirjam Pressler kommt da nah ran, aber Klaus Kordon hat einfach seinen eigenen Stil und bringt die Geschichten so authentisch rüber, dass man das Gefühl hat, man kenne die Figuren persönlich. Mal so am Rande bemerkt: Als ich "Im Spinnennetz" von ihm gelesen habe, das von einem Jungen namens David handelt, der 1891 lebt und seine Meinung sagt, musste ich richtig weinen, als seine Großmutter, die man schon aus "1848 - Die Geschichte von Jette und Frieder" und "Fünf Finger hat die Hand" kannte. Das ist die Trilogie um eine kommunistisch denkende Familie im 19. Jahrhundert und der letzte Teil ist erst letztes Jahr herausgekommen, der erste aber Anfang der 90er-Jahre, wenn ich mich recht entsinne.

So, das wär´s dann. Die ersten drei Bände der Manga-Serie "Black Butler" habe ich, wie ich, glaube ich, auch schon erwähnt habe, auch gelesen und das hat mir allerdings sehr gut gefallen. Dazu kann ich aber nicht viel erzählen, ich lese gerne Mangas, kenne mich aber so gut wie gar nicht aus und meine subjektive Meinung ist jetzt: Die Texte waren gut geschrieben und die Bilder hübsch gezeichnet. Gott, das klingt sehr laienhaft! =)

Ich wünsche ein schönes zweites Adventswochende mit vielen, guten Büchern!
Grüße,
euer Pilzchen